Lektion 4: Wann ich den 1H in meine Analyse einbeziehe
Ăśber diese Lektion
Nachdem ich meinen HTF Bias bestimmt und den 4H analysiert habe, wechsle ich in den meisten Fällen auf den 1H Chart. Viele denken dabei, dass ich eine neue Richtung suche oder meinen Bias noch einmal überprüfe. Genau das ist jedoch nicht der Fall. Der 1H dient innerhalb der MSCM Strategie ausschließlich dazu, meine bestehende Analyse weiter zu verfeinern.
Der Weekly und Daily liefern mir den übergeordneten Kontext, der 4H definiert meine operativen Handelsbereiche und der 1H hilft mir dabei, diese Bereiche genauer zu verstehen. Ich versuche grundsätzlich, immer so viele Informationen wie nötig zu sammeln, ohne dabei den Überblick zu verlieren. Deshalb gehört der 1H für mich mittlerweile fast immer zu meiner Analyse dazu.
Der Grund dafür ist relativ einfach. Immer wieder konnte ich beobachten, dass der Markt eine 4H FVG oder iFVG scheinbar kurz überschreitet, um anschließend exakt auf einer darunterliegenden 1H FVG oder einem 1H iFVG zu reagieren. Würde ich ausschließlich den 4H betrachten, könnte es so aussehen, als wäre die eigentliche Zone gebrochen worden. Schaue ich jedoch zusätzlich auf den 1H, erkenne ich häufig, dass der Markt lediglich die feinere Struktur innerhalb der größeren 4H Zone respektiert hat.
Genau deshalb reicht mir der 4H alleine häufig nicht aus. Er zeigt mir zwar den operativen Bereich, liefert aber nicht immer die nötige Präzision. Der 1H ergänzt diese Informationen und hilft mir dabei, besser zu verstehen, was innerhalb einer größeren 4H Zone tatsächlich passiert.
Wichtig ist dabei jedoch, dass der 1H niemals meinen HTF Bias ersetzt. Ich suche dort keine neue Marktmeinung und lasse mich auch nicht von jeder kleinen Gegenbewegung verunsichern. Der 1H dient ausschließlich dazu, meine bereits vorbereitete Analyse weiter einzugrenzen und mögliche Reaktionsbereiche präziser zu bestimmen.
Mit der Zeit habe ich gelernt, dass gerade diese Kombination aus 4H und 1H einen großen Unterschied macht. Viele der präzisesten Reaktionen im Nasdaq entstehen nicht direkt auf der 4H FVG selbst, sondern auf einer kleineren 1H Struktur innerhalb dieses Bereichs. Genau deshalb betrachte ich beide Zeiteinheiten immer gemeinsam und nicht unabhängig voneinander.
Was bedeutet das jetzt fĂĽr deine Analyse?
Nachdem du deine HTF Analyse abgeschlossen und die relevanten 4H Bereiche markiert hast, solltest du dir zusätzlich den 1H anschauen. Frage dich, ob innerhalb deiner 4H FVG oder iFVG weitere interessante Strukturen entstanden sind. Gibt es dort eine 1H FVG oder ein 1H iFVG, das als präziser Reaktionsbereich dienen könnte?
Versuche dabei nicht, den 1H isoliert zu handeln. Betrachte ihn immer als Ergänzung deiner bisherigen Analyse. Der 1H soll deine operativen Bereiche verfeinern und nicht den eigentlichen Kontext verändern.
Praxisbeispiel
Stell dir vor, der Nasdaq erreicht eine bullische 4H FVG, die du bereits im Voraus markiert hast. Kurz vor dieser Zone fällt der Markt jedoch noch einige Punkte weiter und durchläuft die eigentliche 4H FVG scheinbar. Viele Trader würden nun davon ausgehen, dass die Zone ihre Gültigkeit verloren hat.
Ein Blick auf den 1H zeigt jedoch, dass innerhalb der größeren 4H FVG eine bullische 1H FVG liegt. Genau diese wird sauber angetestet und der Markt startet anschließend die erwartete Aufwärtsbewegung.
Hättest du ausschließlich den 4H betrachtet, wäre dir diese Information möglicherweise entgangen. Durch die Kombination beider Zeiteinheiten erkennst du jedoch, dass der Markt die übergeordnete Idee weiterhin respektiert und lediglich innerhalb der größeren Zone präziser reagiert hat.
Am Ende geht es nicht darum, möglichst viele Timeframes zu analysieren. Es geht darum, die Stärken jeder einzelnen Zeiteinheit sinnvoll miteinander zu kombinieren. Der 4H zeigt mir den operativen Bereich, der 1H liefert mir häufig die Präzision innerhalb dieses Bereichs. Erst das Zusammenspiel beider Ebenen ermöglicht mir eine Analyse, die sowohl den Überblick als auch die notwendigen Details berücksichtigt.
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