Lektion 2: Weekly FVGs & iFVGs
Ăśber diese Lektion
Wenn ich an die Bereiche denke, die den größten Einfluss auf meine Analysen haben, dann gehören Weekly FVGs und Weekly iFVGs ohne Zweifel dazu. Über die Jahre habe ich immer wieder beobachtet, dass der Nasdaq an diesen Bereichen außergewöhnlich starke Reaktionen zeigen kann. Natürlich reagiert der Markt nicht jedes Mal identisch und keine Zone besitzt eine Garantie. Dennoch gehören Weekly Imbalances für mich zu den wichtigsten Bereichen des gesamten Charts.
Viele Trader betrachten FVGs als reine Einstiegszonen. Meine Erfahrung hat mir jedoch gezeigt, dass diese Denkweise zu kurz greift. Für mich sind Weekly FVGs und Weekly iFVGs in erster Linie Entscheidungsbereiche des Marktes. Sie zeigen mir, wo größere Marktteilnehmer möglicherweise aktiv werden und wo sich das aktuelle Marktbild verändern könnte.
Deshalb beginne ich meine Analyse nicht mit der Frage, ob ich eine Weekly FVG handeln möchte. Stattdessen frage ich mich zunächst, wo sich der Markt im Verhältnis zu dieser Zone befindet. Bewegt er sich auf die Zone zu? Befindet er sich bereits innerhalb der Zone? Hat bereits eine Reaktion stattgefunden? Diese Fragen sind für mich deutlich wichtiger als der eigentliche Einstieg.
Ein weiterer Punkt, den viele Trader falsch verstehen, ist die Aktualität einer Zone. Oft hört man, dass eine FVG möglichst frisch sein müsse, um noch relevant zu sein. Meine Erfahrung mit dem Nasdaq hat mir jedoch gezeigt, dass auch ältere Weekly FVGs oder iFVGs noch eine wichtige Rolle spielen können. Entscheidend ist für mich nicht das Alter der Zone, sondern wie der Markt mit ihr umgeht.
Eine Regel gibt es innerhalb meiner Strategie allerdings dennoch. Sobald eine Weekly FVG oder iFVG mehrfach sauber gebrochen wurde und der Markt diese Zone bereits mehrmals ignoriert hat, verliert sie zunehmend an Bedeutung. Je häufiger eine Zone respektlos durchlaufen wird, desto weniger Aufmerksamkeit schenke ich ihr. Der Markt zeigt uns dadurch häufig selbst, welche Bereiche noch relevant sind und welche nicht mehr.
Besonders interessant wird es, wenn eine Weekly Zone mit weiteren Faktoren zusammenfällt. Befindet sich dort zusätzlich größere Liquidität, ein markanter Docht oder eine Daily Zone, steigt meine Aufmerksamkeit automatisch an. Solche Bereiche gehören oft zu den interessantesten Zonen im gesamten Markt.
Gleichzeitig habe ich gelernt, niemals blind auf eine Weekly FVG oder iFVG zu reagieren. Einer der größten Fehler vieler Trader besteht darin, eine Zone zu markieren und automatisch von einer Umkehr auszugehen. Ich habe diesen Fehler selbst oft gemacht. Heute weiß ich, dass die Zone allein keine Aussage über die tatsächliche Reaktion des Marktes trifft.
Deshalb beginnt meine eigentliche Analyse erst dann, wenn der Markt die Zone erreicht. Ich möchte sehen, wie er sich innerhalb dieses Bereichs verhält. Entsteht Momentum? Verliert die Bewegung an Stärke? Werden neue Hochs oder Tiefs aggressiv verteidigt? Bilden sich auffällige Dochte? Verändert sich die Struktur? Zeigt der Markt erste Anzeichen von Exhaustion oder einer möglichen Veränderung des Marktverhaltens? All diese Informationen helfen mir dabei, die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion deutlich besser einzuschätzen.
Über die Jahre habe ich außerdem festgestellt, dass Weekly Zonen häufig nicht sofort reagieren. Viele Trader erwarten, dass der Markt die Zone berührt und unmittelbar dreht. Die Realität sieht oft anders aus. Nicht selten verbringt der Markt mehrere Stunden oder sogar Tage innerhalb eines solchen Bereichs, bevor eine klare Entscheidung sichtbar wird. Genau deshalb spielt Geduld auch hier wieder eine entscheidende Rolle.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verbindung zum Bias. Eine Weekly FVG oder iFVG kann den gesamten operativen 4H Bias infrage stellen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Bias sofort ungültig wird. Vielmehr beginnt ab diesem Moment ein Beobachtungsprozess. Ich möchte sehen, ob der Markt Anzeichen einer Reaktion zeigt oder ob die aktuelle Bewegung weiterhin dominant bleibt.
Wichtig ist dabei zu verstehen, dass ich nicht jeden einzelnen Trade an einer Weekly Zone handle. Tatsächlich reagieren viele relevante Weekly Bereiche bereits zu Beginn einer Woche und liefern damit den übergeordneten Kontext für die folgenden Handelstage. Sobald diese Reaktion stattgefunden hat, verlagert sich mein Fokus häufig auf kleinere 1H-, 2H- oder 4H-Imbalances, die innerhalb der entstandenen Bewegung aufgebaut werden.
Ein gutes Beispiel dafür ist ein erfolgreicher Retest einer Weekly FVG. Reagiert der Markt dort wie erwartet und startet anschließend eine Aufwärtsbewegung, dann entstehen viele meiner späteren Einstiege nicht mehr direkt an der ursprünglichen Weekly Zone. Stattdessen nutze ich die kleineren Imbalances und Strukturen, die innerhalb dieses Trends entstehen. Die Weekly Zone hat in diesem Fall ihren Zweck bereits erfüllt. Sie hat den Kontext geliefert und möglicherweise den Ausgangspunkt der Bewegung markiert.
Genau deshalb betrachte ich Weekly FVGs und iFVGs nicht als Einstiegsmodelle, sondern als Orientierungspunkte. Sie helfen mir dabei zu verstehen, wo der Markt wichtige Entscheidungen treffen könnte. Die eigentliche Umsetzung erfolgt anschließend häufig deutlich näher am aktuellen Marktgeschehen.
Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass viele der größten Bewegungen im Nasdaq ihren Ursprung an Weekly Zonen haben. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass diese Bereiche nicht dazu dienen, den perfekten Einstieg zu liefern. Ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, Aufmerksamkeit zu erzeugen und den Kontext für die weitere Analyse bereitzustellen.
Heute betrachte ich Weekly FVGs und iFVGs deshalb als einen der wichtigsten Orientierungspunkte meiner gesamten Strategie. Sie sagen mir nicht, was ich tun soll. Sie zeigen mir lediglich, wo ich besonders aufmerksam werden sollte. Und genau diese Aufmerksamkeit macht häufig den Unterschied zwischen einem durchschnittlichen und einem hochwertigen Setup aus.
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