Lektion 2: Wie ich den 4H nach meiner HTF Analyse lese
Ăśber diese Lektion
Nachdem ich meinen HTF Bias bestimmt habe und alle relevanten Weekly- und Daily-Zonen markiert sind, beginnt für mich die eigentliche operative Analyse. Der erste Blick auf den 4H dient dabei nicht dazu, sofort einen Einstieg zu finden. Stattdessen möchte ich zunächst verstehen, welche Geschichte mir der Markt aktuell erzählt.
Ich überprüfe zunächst, ob sich der Markt weiterhin im Einklang mit meinem HTF Bias bewegt oder ob erste Hinweise entstehen, dass sich das Gesamtbild verändern könnte. Dabei interessiert mich nicht nur die Richtung der Bewegung, sondern vor allem ihre Qualität. Wirkt der Markt impulsiv? Entstehen saubere Bewegungen oder verliert das Momentum bereits an Stärke? Befindet sich der Markt noch innerhalb eines gesunden Trends oder nähert er sich einem Bereich, an dem ich deutlich vorsichtiger werden sollte?
Eine Beobachtung, die sich immer wieder zeigt, ist, dass viele Trader den 4H öffnen und sofort nach einer FVG suchen. Genau das versuche ich bewusst zu vermeiden. Bevor ich überhaupt operative Bereiche markiere, möchte ich verstehen, in welchem Umfeld ich mich befinde. Denn dieselbe FVG kann in einem starken Trend eine völlig andere Bedeutung haben als innerhalb einer HTF-Widerstandszone.
Deshalb stelle ich mir auf dem 4H immer dieselben Fragen:
- Passt der aktuelle Verlauf noch zu meinem HTF Bias?
- Wo befindet sich der Markt im Verhältnis zu meinen HTF-Zonen?
- Wird der Trend bestätigt oder entstehen erste Zweifel?
- Wo könnte der Markt als Nächstes reagieren?
Erst wenn ich diese Fragen beantwortet habe, beginne ich damit, operative Bereiche wie FVGs oder iFVGs einzuzeichnen. Dadurch verhindere ich, dass ich mich von einzelnen Zonen beeinflussen lasse, ohne den eigentlichen Kontext zu verstehen.
Was bedeutet das jetzt fĂĽr deine Analyse?
Wenn du auf den 4H wechselst, suche nicht sofort nach einem Einstieg. Nimm dir zunächst Zeit, den Markt zu lesen. Frage dich, ob deine bisherige Analyse noch zur aktuellen Bewegung passt und ob der Markt dir neue Informationen liefert. Erst danach beginnst du damit, operative Bereiche zu markieren.
Praxisbeispiel
Stell dir vor, dein Weekly und Daily Bias sind bullisch. Der Markt bewegt sich ebenfalls nach oben und bestätigt damit zunächst deine Analyse. Auf dem 4H erkennst du jedoch, dass die Bewegungen zunehmend kleiner werden und sich der Markt einer wichtigen HTF-Zone nähert. Bevor du jetzt nach einer bullischen FVG suchst, beobachtest du zunächst, ob der Markt überhaupt weiterhin Stärke zeigt. Erst wenn der Kontext stimmt, beginnst du damit, nach konkreten operativen Einstiegen zu suchen.
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