Lektion 1: Die Weekly Analyse

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Ăśber diese Lektion

Wenn ich einen Chart öffne, beginnt meine Analyse niemals im 30-Minuten-Chart, nicht im 5-Minuten-Chart und schon gar nicht im 1-Minuten-Chart. Meine Analyse beginnt immer mit dem größten Bild, das mir zur Verfügung steht. Für mich ist das der Weekly Chart.

Über die Jahre habe ich festgestellt, dass viele Trader die höheren Zeiteinheiten massiv unterschätzen. Sie verbringen Stunden damit, einzelne Kerzen auf dem 1-Minuten-Chart zu analysieren, verlieren dabei jedoch völlig aus den Augen, wo sich der Markt im größeren Kontext befindet. Genau das führt häufig dazu, dass gute Setups in die falsche Richtung gehandelt werden oder wichtige Marktbereiche komplett übersehen werden.

Für mich ist der Weekly Chart die Landkarte des Marktes. Er zeigt mir nicht den genauen Einstieg, nicht den Stop-Loss und auch nicht das kurzfristige Momentum. Seine Aufgabe besteht darin, mir Orientierung zu geben. Bevor ich überhaupt über einen möglichen Trade nachdenke, möchte ich verstehen, wo sich der Markt innerhalb dieser Landkarte aktuell befindet.

Besonders wichtig sind für mich dabei Weekly FVGs und Weekly iFVGs. Über die Jahre habe ich immer wieder beobachtet, dass der Nasdaq an diesen Bereichen außergewöhnlich starke Reaktionen zeigen kann. Natürlich reagiert der Markt nicht jedes Mal identisch, dennoch gehören diese Zonen meiner Erfahrung nach zu den stärksten Bereichen im gesamten Markt.

Deshalb stelle ich mir zunächst eine einfache Frage:

Befindet sich der Markt aktuell innerhalb einer relevanten Weekly Zone oder bewegt er sich auf eine solche Zone zu?

Die Antwort auf diese Frage beeinflusst häufig meine gesamte weitere Analyse. Wenn der Markt weit entfernt von relevanten Weekly Zonen handelt, erhält der Daily- und 4H-Kontext mehr Gewicht. Befindet sich der Markt jedoch direkt innerhalb einer Weekly FVG oder iFVG, steigt meine Aufmerksamkeit deutlich an. In solchen Bereichen rechne ich grundsätzlich mit größeren Entscheidungen des Marktes.

Neben den Imbalances beobachte ich auch die Liquidität auf Weekly-Basis. Große Dochte, markante Hochs und Tiefs oder auffällige Reaktionsbereiche interessieren mich besonders. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass der Markt diese Bereiche häufig erneut anläuft. Besonders auffällig ist dabei, dass sich viele spätere Higher Highs, Higher Lows, Double Bottoms oder größere Richtungswechsel genau an solchen Bereichen entwickeln können.

Ein weiterer Punkt, den ich bei der Weekly Analyse berücksichtige, ist die Position des aktuellen Marktes innerhalb der übergeordneten Struktur. Befinden wir uns nahe eines historischen Hochs? Wurde kürzlich eine große Liquiditätszone abgeholt? Befindet sich der Markt in einer Expansionsphase oder eher in einer Korrektur? All diese Informationen helfen mir dabei, den aktuellen Kontext besser zu verstehen.

Wichtig ist dabei zu verstehen, dass ich auf dem Weekly Chart keine Einstiege suche. Das ist einer der häufigsten Fehler, den viele Trader machen. Die Aufgabe des Weekly Charts besteht nicht darin, mir einen Trade zu liefern. Seine Aufgabe besteht darin, mir zu zeigen, welche Bereiche in den kommenden Tagen oder sogar Wochen besonders relevant werden könnten.

Ich vergleiche die Weekly Analyse gerne mit einem Piloten vor dem Start eines Fluges. Bevor ein Pilot startet, schaut er nicht zuerst auf einzelne Instrumente. Er verschafft sich zunächst einen Überblick über die gesamte Route, das Wetter und mögliche Risiken. Genau dieselbe Aufgabe erfüllt der Weekly Chart innerhalb meiner Strategie. Er liefert den Rahmen für alle weiteren Entscheidungen.

Je länger ich den Nasdaq gehandelt habe, desto mehr Respekt habe ich vor diesen höheren Zeiteinheiten entwickelt. Viele Bewegungen, die auf kleineren Zeiteinheiten zufällig wirken, ergeben plötzlich Sinn, wenn man einen Schritt zurückgeht und den Weekly Kontext betrachtet. Häufig wird erst dort sichtbar, warum der Markt auf bestimmte Bereiche reagiert oder weshalb eine Bewegung plötzlich an Dynamik verliert.

Deshalb beginnt für mich jede Analyse genau hier. Nicht weil der Weekly Chart die meisten Trades liefert, sondern weil er die wichtigste Orientierung bietet. Wenn ich den Weekly Kontext verstehe, fällt es mir deutlich leichter, die Informationen aus Daily, 4H und den kleineren Zeiteinheiten richtig einzuordnen.

Heute betrachte ich den Weekly Chart deshalb als Fundament meiner gesamten Analyse. Er liefert mir keine Antworten auf jede Frage, aber er sorgt dafür, dass ich die richtigen Fragen stelle. Und genau das ist häufig der Unterschied zwischen einer oberflächlichen Analyse und einer Analyse, die den Markt wirklich versteht.

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