Lektion 1: Der Moment, in dem du dich selbst überschätzt

Übermut

Über diese Lektion

Du hast ein paar gute Trades gemacht. Vielleicht sogar eine ganze Woche oder einen ganzen Monat richtig stark performt. Du denkst: Ich habe es jetzt verstanden. Ich sehe den Markt besser als früher. Ich bin bereit für den nächsten Schritt.

Und plötzlich handelst du anders.

Du erhöhst deine Positionsgröße, gehst aggressiver in Trades hinein und ignorierst erste Warnsignale – nicht wegen dem, was der Markt dir zeigt, sondern wegen dem, was dein Ego dir einflüstert.

Und genau dort beginnt Übermut.

Ich selbst war oft in dieser Situation. Ich hatte einige solide Payouts, dachte, ich hätte alles durchschaut – und habe anschließend komplett übertrieben.

Plötzlich war ich mir bei jedem Setup sicher. Ich hatte kaum noch Zweifel. Und genau das war gefährlich. Denn sobald du aufhörst, dich selbst zu hinterfragen, beginnt der Markt, dich zu testen. Und meistens holt er dich schneller zurück auf den Boden, als dir lieb ist – oft mit einem Verlust, der deutlich schmerzhafter ist als ein normaler.

Ich hatte einige dieser Momente, besonders nach starken Gewinnserien oder mehreren Payouts. Ich dachte mir: Was soll mich jetzt noch aufhalten? Ich habe es allen bewiesen.

Doch dieser Zustand hält nur so lange an, wie du dir bewusst machst, warum du überhaupt erfolgreich geworden bist.

Weil du jede einzelne Regel eingehalten hast.

Weil du diszipliniert geblieben bist.

Weil du keines der Themen aus diesem „Inside My Mind“ verletzt hast.

Wenn dir das nicht bewusst ist, wird Übermut entstehen. Dann handelst du nicht mehr aus Disziplin, sondern aus Selbstüberschätzung. Gier schleicht sich zurück und plötzlich gehst du Setups ein, die du noch vor einer Woche konsequent ausgeschlossen hättest.

Unüberlegt. Emotional. Gefährlich.

Deshalb erinnere ich mich jeden Tag an meine Regeln, meine Strategie und an das, was ich bereits erreicht habe. Und ich weiß:

Wenn ich einfach so weitermache wie bisher – ruhig, fokussiert und kontrolliert – werde ich mein Ziel erreichen.

Ich laufe keinen Sprint.

Ich laufe einen Marathon.

Und genau deshalb werde ich ankommen.

Mit Geduld, Disziplin und Beständigkeit – nicht mit Druck.